Jahresprogramm

Schleswiger Nachrichten vom 20.04.2017

 

Bücher, Bücher, Bücher –

darum kreist die Arbeit von

Anke Carstens-Richter (re.) und Susanne Pertiet.

Foto: Bühmann

 

Sie setzen auf Geheimtipps

 

Bücherei-Förderverein „ALIBRIS“ stellt sein Jahresprogramm vor  - Herausragendes Lese-Ereignis: die Büchernacht am 24. Juni

Schleswig | Gäbe es den Bücherei-Förderverein „Alibris“ nicht, wäre die Stadtbücherei ärmer dran und wohl auch das Schleswiger Kulturleben. Denn der 80 Mitglieder starke Förderverein unter Vorsitz von Anke Carstens-Richter und Susanne Pertiet als Stellvertreterin schafft zum einen unermüdlich Geld heran, um neues Inventar für die Bücherei zu finanzieren. Zum anderen stellt er stets ein verlässliches Jahresprogramm auf die Beine – mit fester Termin-Struktur und oftmals überraschenden Inhalten.

Auftakt ist traditionsgemäß die Jahresversammlung mit anschließender Lesung, die wie immer zum „Welttag des Buches“ stattfindet, und zwar am kommenden Sonntag. Seit der Förderverein vor fünf Jahren gegründet worden ist, seien stetig neue Mitglieder hinzugekommen, sagt Carstens-Richter. Dazu gehören die drei Beiratsmitglieder Heike Volz-Strahlendorf, Antje Hennig und Heiko Ewert. Nach den Regularien wird Sonntag Horst Kutzer zum Zuge kommen. Der ehemalige Lehrer und ausgewiesene Literaturkenner will einige Prosastücke von bekannten und auch nicht so bekannten Schriftstellern vortragen. Wie etwa von Giorgio Manganelli (1921-1990). Der war Kritiker in Rom und schrieb das Buch „Eine Lustreise nach Schleswig“. Was der Italiener damit gemeint und aufgespürt hat, lässt sich ab 19 Uhr in der Stadtbücherei in Erfahrung bringen.

Ein Literatur-Ereignis in Schleswig stellt die Büchernacht dar. Sie findet nunmehr zum siebenten Mal statt. Am Sonnabend, 24. Juni, geht es los um 18 Uhr und dauert traditionsgemäß bis Mitternacht. Und das Motto heißt, was immer es bedeuten mag: „Wer liest, sündigt nicht“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht eine junge Autorin mit türkischen Wurzeln, Nuray Cesme. Autobiografisch schildert sie das Leben der ersten Gastarbeiter-Generation in Deutschland – es ist das Leben ihrer eigenen Familie. Vorlesen werden an diesem Abend, wenn Schauspieler Wolfgang Berger die Büchernacht eröffnet hat, zudem bekannte Schleswiger: Neben Alt-Bürgermeister Klaus Nielsky sind es Babette Tewes von den Grünen, Julia Pfannkuch, Fachbereichsleiterin im Rathaus, und Pastor i.R. Dieter Andresen, der Plattdeutsches vorträgt.

Doch zuvor gibt es am Mittwoch, 24. Mai, den nächsten Haltepunkt im Literatur-Reigen. Dann kommt Marianne Zückler und liest aus ihrem Debütroman „Der blanke Hans und seine Frauen“. Die Berlinerin wurde bekannt durch zahlreiche Hörspiele. Inhaltlich geht es in ihrem Roman um eine Journalistin, die sich auf eine Hallig begibt, um von den Frauen dort Einblick in deren Lebensbedingungen zu erhalten. Allerdings zeigen sich die Bewohnerinnen sehr zugeknöpft. „Tatsächlich hat die Autorin monatelang zur Recherche auf einer Hallig gelebt“, erklärt Susanne Pertiet.

Wie kommen überhaupt die Autoren zur Stadtbücherei? Während Pertiet bundesweit Lesungen und ähnliche Literatur-Events besucht und dabei auf Schriftsteller stößt, die sie einlädt, entdeckt Anke Carstens-Richter Autoren meist in der regionalen Zeitung – so wie Jörg Arndt, Pastor in Havetoft.

Auf ihn dürfen sich Freunde der Stadtbücherei freuen, wenn er am bundesweiten Vorlesetag (17. November) sein Erstlingswerk unter dem Titel „X-World“ vorstellt, das insbesondere junge Leute ansprechen dürfte. Es geht in dem Roman, der preisgekrönt ist, um virtuelle Welten. Danach folgt auch schon die Advents-Lesung. Inhalte dazu sollen noch nicht verraten werden, heißt es. Etwa 30 Besucher kommen pro Lesung in die Stadtbücherei, um einzutauchen in neue Sphären.

Der Eintritt ist stets kostenlos. Aber: „Wir bitten immer um eine kleine Geldspende für Neuanschaffungen, die die Stadtbücherei braucht“, betont Carstens-Richter. So habe man Regale für Hörbücher finanziert oder auch neue Kinder-Sitzmöbel.

Und die sind stark in Gebrauch. „Hier in der Kinderecke sitzen die Kleinen oft sehr gern und vertiefen sich in neue Bücher.“  Frauke Bühmann

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