Presse 2019

Gemeinsam macht es mehr Spaß

 

Der regelmäßige Spielenachmittag in der Stadtbücherei hat sich für einige Schleswiger zum Pflichttermin entwickelt

Wer frei spielen kann, der lernt auch etwas. Davon ist Elke Klein überzeugt. So kann es auch nicht überraschen, dass die Mitarbeiterin der Stadtbücherei die Idee hatte, den sogenannten Spielenachmittag an ihrem Arbeitsplatz zu etablieren. „Ich hatte so etwas schon in anderen Städten und anderen Büchereien gesehen. Es gefällt mir, die Leute mal weg vom PC und vom Tablet zu bekommen“, sagt Klein.

Entsprechend sind es auch beim jüngsten Schleswiger Spielenachmittag am vergangenen Sonnabend die ganz klassischen Brett- und Kartenspiele, um die sich die Besucher versammeln.

Auf kleinen Inseln zwischen den Regalen, in mancher verborgener Ecke oder direkt am Fenster stehen die Tische, an denen in aller Ruhe gemeinschaftlich gespielt werden darf.

Kleines Highlight dazu ist die Snackbar neben der Ausleihe. Dort gibt es Knabbereien, Süßigkeiten, Orangensaft und weitere Getränke – die allesamt privat gespendet wurden.

„Hier lernen die Kinder das Gewinnen und Verlieren, anderen zuzuhören und sich richtig zu konzentrieren“, erläutert Klein. Bei manchen Spielen ist auch Fingerfertigkeit von Bedeutung. Wer technisch interessiert ist, findet im „Maker Space“ Legosteine, die mit elektronischen Komponenten kombiniert werden. Und: Ein Tablet wird hier nicht zum Surfen im Internet genutzt, sondern um Licht- und Geräuscheffekte zu programmieren. Tatsächlich sind es aber die Brettspiele nach ursprünglichem Prinzip, die die meisten Besucher anlocken.

Franzi, Rico und Katrin etwa sitzen um ein Monopoly-Brett herum und haben natürlich viel Zeit mitgebracht. Für später haben sie schon „Take it easy“ und „Scrabble“ neben sich liegen. Die drei haben sich bei einem der vorherigen Events kennengelernt und kommen nun immer wieder. Es sei ein tolles Angebot, um zu Hause raus zu kommen, unter Leute zu kommen und eine gute Zeit zu haben, sagen sie.

Das ist ganz im Sinne des Büchereiteams. „Wir wollen öffentlich noch mehr wahrgenommen werden. Wir wollen zeigen, dass die Bücherei auch ein Ort der Zusammenkunft ist“, erzählt Klein. Diese Botschaft ist auch bei Familie Biesler längst angekommen. Mit ihren beiden Töchtern Anna und Romy sind Bianca und Matthias auch zum wiederholten Male hier und bleiben eine ganze Weile. Neben der weiter wachsenden Auswahl schätzen sie auch die Unterstützung der Mitarbeiter , „die mit Rat und Tat zur Seite stehen“. Jedes Mal nehmen sie im Anschluss an das gemeinsame Spielen auch etwas zum Leihen mit nach Hause.

Etwa drei Mal pro Jahr läuft die Veranstaltung derzeit in der Bücherei. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Nachfrage stark abhängig vom Wetter. Mit etwa 60 Besuchern sei sie aber für dieses Mal zufrieden, sagt Klein am späten Nachmittag. (Aus den Schleswiger Nachrichten vom 08.04.19)

(Jan C. Weck)

 

Büchertisch zum Thema "Frauengesundheitstage"

 

 

Zu Besuch bei Pippi, Pettersson und Findus

 

Lesepaten der St.-Jürgen-Schule besuchen mit ihren Schützlingen die Stadtbücherei

Die Stimmen der Kinder sind nicht zu überhören, es ist eine größere Abordnung im Eingangsbereich der Stadtbücherei. Eine Schulklasse? Nicht ganz, es ist ja auch schon 14 Uhr. Schulkinder sind es zwar, und sie kommen alle von der St.-Jürgen-Schule, die meisten aus den dritten Klassen. Doch begleitet werden sie weder von ihren Lehrern noch von ihren Eltern.

Die 17 Grundschüler kommen im Schlepptau ihrer Lesepaten in den Büchertempel. Das sind Erwachsene, oft pensionierte Pädagogen, die sich ehrenamtlich an einer Grundschule engagieren und mit ausgewählten Kindern einmal pro Woche gezielt und in ganz kleinen Gruppen das Lesen üben.

„Wer von Euch kennt das Mädchen mit den langen roten Haaren und den verschiedenen Strümpfen?“, fragt Petra Herzig, die Leiterin der Stadtbücherei, in die Runde. Die Kinder sitzen auf kleinen Holzbänken. Von einem Mauervorsprung schauen Pettersson und Kater Findus auf die Runde; die Paten haben im Hintergrund Platz genommen. Fast alle Finger schnellen hoch. Doch es geht diesmal nicht um Pippi Langstrumpf, sondern um einen Wolf, der lesen lernt und sich auf diese Weise selbst kultiviert.

Seit zwei Jahren koordiniert Inge Hethey die Aktivitäten der Lesepaten, die seit rund zehn Jahren das Lehrerkollegium an der Schule im Norden der Stadt unterstützen. Den Kindern hilft die individuelle Zuwendung der Erwachsenen, die sich ohne den Alltagsstress der Schule um die Stärken und Schwächen ihrer Schützlinge kümmern können und gezielt mit ihnen bestimmte Texte durcharbeiten. In den allermeisten Fällen verbessert sich das Lesevermögen der Kinder durch die Arbeit mit den Lesepaten deutlich.

Da lag der Besuch einer Einrichtung, in der es massenhaft Lesestoff gibt, nah. In der Tat waren die meisten Kinder irgendwann schon einmal hier, wie eine kleine Umfrage der Büchereileiterin ergibt. Aber einen Leihausweis – den haben noch nicht alle. Darum gehen sie nach der Eingangsrunde mit dem Bilderbuchkino zu Pascal Biers Buch „Der kultivierte Wolf“ auf die Suche nach den Ausweisen, die irgendwo zwischen all den Büchern und Regalen versteckt sind. Und nach gut eineinhalb Stunden haben die meisten Kinder ein Buch gefunden und es selbst für die Ausleihe eingescannt. (Joachim Pohl, Schleswiger Nachrichten)

 

 

Bücherspende von Frau Prof. Dankert

 

Herzlich wurde Birgit Dankert von Bücherei-Leiterin Petra Herzig und ihrem Team jetzt in den Räumen der Stadtbücherei empfangen. Die pensionierte Diplom-Bibliothekarin und Professorin der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg freute sich auf das Wiedersehen mit ihrer ehemaligen Studentin. Herzig und Dankert pflegen den Kontakt seit vielen Jahren. Und die Professorin kam nicht mit leeren Händen: 222 nagelneue Medien für Kinder und Jugendliche hatte sie als Spende im Gepäck – darunter beliebte Kinder- und Jugendbücher, CD- und Hörbücher, kunstvoll gestaltete Papp-Bilderbücher, Lese-Lern-Bücher, Sachbücher und viele weitere mehr. „Für mich ist ein Kinderbuch nur interessant, wenn es von den Kindern gelesen wird. Ich freue mich daran, diese Bücher an die Schleswiger Stadtbücherei zu spenden“, sagte Dankert. Einige der Exemplare erhielt Dankert direkt von den Verlagen, viele Bücher wurden aber von ihr persönlich im Handel erworben. Neben Petra Herzig sprach Fachbereichsleiterin Julia Pfannkuch den Dank im Namen der Stadt Schleswig aus. „Wir freuen uns sehr über Ihren Besuch und diese tollen Geschenke.“ chw